Die Belichtungszeit ist neben der Blende mit der wichtigste Faktor, der sich sowohl auf das Gelingen des Fotos, als auch auf die Bildaussage ernorm auswirkt.
Wie wirkt die Belichtungszeit ?
- Sie ist mitunter der Garant für scharfe Fotos
Jeder hat sicher schon mal die Erfahrung gemacht das er bei seinen Aufnahmen die Belichtungszeit nicht beachtet hat und sich am Rechner über die unscharfen Fotos geärgert hat. Besonders gefährdet ist man bei Verwendung eines Zoomobjektivs mit großem Brennweitenbereich wie z.B. 18-200mm, da hat man schnell mal auf 200mm aufgezogen und abgedrückt, ohne auf die Zeit zu achten.
Warum fragst du dich ? Nun bei einer großen Brennweite hat eine kleine Bewegung an der Kamera eine recht große Bewegung im Bildausschnitt zur Folge. Ist die gewählte Belichtungszeit zu lange gewählt, zeichnet die Kamera diese Bewegung mit auf und führt zu einem verwackelten Bild.
Was kann man dagegen tun ? Man kann bei Objektiven und Kameras ohne optische Stabilisierer die Kehrwert Regel anwenden, diese besagt das der Kehrwert der Brennweite die maximale Belichtungszeit darstellt, welche aus der Hand benutzt werden kann. Für ein 200mm Objektiv heisst das also bei Fotos aus der Hand eine maximale Belichtungszeit von 1/200 Sekunde.
- Wie wirkt sich die Belichtungszeit auf die Bildaussage aus ?
- Bewegungen einfrieren
Durch eine extrem kurze Belichtungszeit lassen sich Bewegungen einfrieren, besonders eindrucksvoll sieht das bei Fotos von Boxern aus, auf denen die Faust des Kontrahenten im Gesicht einschlägt und dieses verformt, während Schweißtropfen auf der anderen Seite in der Luft zu schweben scheinen. Tropfenfotos sind ebenfalls Klassiker für solche Belichtungszeiten.
- Dynamik erzeugen
Mit einer längeren Belichtungszeit und dem Mitziehen der Kamera, lässt sich bei bewegten Objekten wie z.B. Autos ein Eindruck von Dynamik erzeugen. Das Hauptobjekt wird scharf abgebildet, während der Hintergrund linienförmig verschwommen ist. das Mitziehen erfordert allerdings ein gewisses Maß an Übung. Die Chancen für eine gelungene Aufnahme lässt sich mit einem Blitz noch einmal deutlich erhöhen, dabei sollte der Blitz aber auf den 2. Verschlussvohang ausgelöst werden, da ansonsten das sich bewegende Objekt einen Schweif vor sich herzieht. Das würde etwas seltsam wirken.
- Besondere Stimmungen erzeugen
Klassiker hierbei sind ganz klar Wasserfälle, die bei langen Belichtungszeiten wie Watte oder Nebel aussehen. Ebenso eignen sich Aufnahmen am Meer mit Brandung für solche Effekte. Langzeitbelichtungen bei Tageslicht haben bei schnell ziehenden Wolken auch einen ganz besonderen Charme.
- Leute verschwinden lassen
Hier ist kein Trick von David Copperfield gemeint. Vielmehr kennt jeder das Problem, wenn man berühmte Bauwerke oder rege frequentierte Plätze fotografieren möchte. Hier wirkt der Einsatz von recht starken ND Filtern in Verbindung mit einem Stativ und Fernauslöser Wunder. Ist die Belichtungszeit lange genug gewählt, so sieht man auf dem Foto die Menschen gar nicht mehr oder noch als ganz schwacher Schatten.
- “Astronomische Dynamik”
Hört sich komisch an, ist aber so. Bei Nachtaufnahmen mit einer Belichtungszeit von mindestens 7 Minuten, kann man einen Bewegungsschweif an den Sternen erkennen. Also hat man die Dynamik der Erde eingefangen …
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