Vor 14 Tagen habe ich den Bildband Erotic
von Andreas Bitesnich bei einer Verlosung auf Omori.de gewonnen. Michael Kirchner hat mir das gute Stück vergangene Woche zukommen lassen und nun möchte ich es hier vorstellen.
Zum ersten Mal bin ich auf Andreas Bitesnich in der Zeitschrift “fotoMagazin” aufmerksam geworden, seine Aufnahmen gefielen mir sehr gut, also googelte ich den Mann und war sehr erstaunt das er Autodidakt ist.
Kommen wir nun aber zum Bildband.
Das Buch macht optisch einen sehr schönen Eindruck, die schwarzen, matten Seiten wirken wertig und passend.
“Erotic is in the mind of the beholder” ein zutreffender und einleitender Satz, bevor es zum Prolog geht. Treffender kann man es nach meiner Meinung nicht formulieren.
Gegliedert ist der Bildband in die Abschnitte “Prologue”, “Exposition”, “Stage”, “Episode”, “Scene”, “Room”, “Epilogue (Family Secrets)”.
Schon beim ersten Bild wird man überrascht, offensichtlich hat Andreas H. Bitesnich sehr stark mit Texturen gearbeitet, das Bild wirk wie ein zerknülltes und wieder geglättetes Foto. Zu sehen ist darauf die Brust seines neuen, asiatischen Models.
Im Kapitel “Exposition” wurde zusätzlich zu den Texturen noch mit einem Overhead oder Dia Projektor gearbeitet, eine für meinen Geschmack ungewöhnliche aber doch sehr effektvolle Inszenierung der wie der Kapitelname schon sagt “Zurschaustellung”. Die Posen sind teilweise provokant und extrem gewählt, die Farben Rot und Weiß spielen in den Bildern dieses Kapitels, in Form eines Kreuzes, eine große Rolle.
“Stage” ist dagegen farblich etwas dezenter, geheimnisvoll, schattenreich aber nicht weniger provokant.
Das komplette Kapitel “Episode” ist im Farbton blau gehalten, dort sind sehr schön inszenierte Bilder zu sehen. Das erste Foto des Kapitels ist schon sehr beeindruckend, nach dem Umblättern wird man erneut beeindruckt. Nach meinem Geschmack ist dies das zweitschönste Kapitel des Buches.
Kommen wir zu meinem Lieblingskapitel “Scene” die Aufnahmen sind alle Schwarz-Weiß mit einer sehr schönen Tonung. Bei diesen Fotos ist sehr viel Wasser und geölte Haut im Spiel, alleine diese beiden Fakten strahlen schon eine gewisse Erotik aus, das Model und der Künstler geben ihren Teil noch dazu. Absolut genial!!
In “Room” geht es etwas bunter zur Sache, hier wird dem aufmerksamen Betrachter eine kleine Geschichte erzählt.
Im letzten Kapitel erzählt Andreas H. Bitesnich davon das er, als seine Großmutter starb, in deren Nachlaß eine große Menge Fotos des Großvaters gefunden hat. Dieser hatte nicht nur sehr schöne Familienfotos gemacht, sondern auch Aktaufnahmen.
Andreas H. Bitesnicht erzählt weiter das der Vater gestorben sei als er auf die Welt kam, sie konnten sich nie treffen, nur die Leidenschaft für die Fotografie des Großvaters lebe in ihm weiter.
In diesem Kapitel sind ein paar Akte des Großvaters zu sehen.
Mein persönliches Fazit: Dieses Buch ist in meinen Augen eine Gratwanderung zwischen Erotik und Pornografie, glücklicherweise befindet sich der größere Teil auf der Seite Erotik. Ich persönlich bin kein Freund von groß abgebildeten Genitalien, ich mag es mehr wenn Schatten oder Posen das eigentlich Offensichtliche verhüllen und so mehr Spielraum für Kopfkino lassen. Der größte Teil der Bilder wirkt bildlich gesprochen wie eine geheimnisvolle, ruhige Waldlandschaft, man ist gespannt und möchte lauschen, entdecken, sehen und dann kommen die Bilder, welche ich als lautes, aufschreckendes Verkehrsgetöse bezeichnen möchte. Ich denke diese wurden ganz gezielt vom Künstler eingestreut um ein wenig zu provozieren.
Ich mag diesen Bildband sehr und werde ihn wohl noch oft betrachten.
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