Was macht eigentlich… der Polarisationsfilter

Heute gibt es mal einen längeren Artikel, der muss allerdings auch 2 Tage reichen. Das Wetter diese Woche muss ich nutzen um meinen Rennrad Trainingsrückstand ein bisschen aufzuholen…

Jetzt aber zurück zum Thema Fotografie und dem Polarisationsfilter. Was macht das Ding und braucht man den überhaupt ?
Grob gesagt läßt der Polarisationsfilter nur Licht in eine bestimmte Richtung durch, d.h. das Licht kommt gerichtet auf den Sensor / Film. Was folgende Effekte mit sich bringen kann:

– Dunst wird reduziert d.h. die Sichtweite erhöht sich
– Der Kontrast zwischen Himmel und Wolken wird stärker
– Farben werden allgemein etwas kräftiger
– Spiegelungen auf glänzenden Oberflächen wie Metall oder Glas können reduziert oder eliminiert werden
– Im Schnee sind Strukturen besser erkennbar z.B. Unebenheiten oder Spuren
– In Pfützen oder flachen Tümpeln kann man auf den Grund sehen

Eine ganze Menge, oder ?
Dem Ganzen obliegt das Prinzip des gerichteten Lichts. Im Himmel schwirren viele kleine Wassertröpfchen, die das Licht diffusieren. Das Blau des Himmels ist nicht so intensiv. Richtet man das Licht, wird der Effekt der Wassertröpfchen ausgeblendet. Ebenso verhält es sich mit den spiegelnden Oberflächen, Licht das von den Objekten reflektiert wird und eigentlich den Sensor treffen würde, wird geblockt.

Das erste Beispiel ist ein Foto, bei dem ich einen Regenbogen fotografiert habe. Mit einer Einstellung des Polfilters ist er gut zu sehen, mit der anderen gar nicht mehr:

Regenbogen

Dieses Foto ist der Klassiker unter den Polfilter Einsätzen, das Blau des Himmels verstärken:

Himmel

Zum Schluß noch ein Beweisfoto für die Spiegelungstheorie. Hier habe ich das Wasser der Pfütze fast unsichtbar gemacht:

Pfütze

Am Anfang des Artikels habe ich geschrieben, welche Effekte der Polfilter mit sich bringen KANN. Die Wirkung ist abhängig vom Winkel zur Sonne. In Richtung des Lichtes d.h. entweder Sonne im Gesicht oder Rücken, funktioniert er für den Himmel nicht. Beim Himmel ist ein Winkel von 90° zum Sonnenlicht ideal, so hat der Polfilter den größten Effekt. Was Spiegelungen angeht, gilt es den richtigen Winkel auszuprobieren bis der gewünschte Effekt eintritt.

Der Polfilter wird auf das Filtergewinde des Objektivs aufgeschraubt und ist dann drehbar. Dies ist wichtig weil somit die Lichtrichtung gesteuert wird, welche durchgelassen werden soll.

Bei der Verwendung von starken Weitwinkelobjektiven ab 12mm abwärts würde ich einen Slim-Filter benutzen. Slim bedeutet er hat eine flachere Bauweise als die standard Filter, so wird eine ungewünschte Vignettierung am Rand vermieden.

Wenn ihr euch einen Polfilter anschaffen wollt und digital fotografiert, muss es ein zirkularer Polarisationsfilter sein. Analog reicht ein linearer Filter.

Mein persönliches Fazit: Ich gehe nie ohne Polfilter aus dem Haus !

6 Comments:
browserFruits: News, Links & Videos zur Fotografie | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel says:

[…] # Was macht eigentlich… der Polarisationsfilter? […]

Carsten Schlipf says:

Vielen Dank! Sehr guter Artikel und sehr gut erklaert.

Danke, gerne!

Ein Dankeschön, gut verständlich geschrieben. Und macht Lust auf mehr lernen.

MfG aus Schweden
*Romy*

Guter Artikel, nur kleine Korrektur:
Reflexionen werden nur auf nicht-metallischen Oberflächen eliminiert. An metallischen Flächen nur, wenn das Licht der Lichtquelle zirkularpolarisiert wurde, also z.B. mit Polarisationsfolie vor dem Blitz.
Viele Grüße!

Kevin Clemensen says:

Vielen Dank für den sehr gut erklärten Artikel. Werde mir sofort so einen Filter bestellen.

Top!