Fotocommunities sind unnützes Zeug und Zeitfresser

Hallo,

heute erwartet euch ein provokanter Artikel…

Ich bin nun seit mehreren Jahren in diversen Fotocommunities aktiv, anfangs war es spannend aber inzwischen wird der Frust immer größer.

Daher nehme ich mir jetzt einfach mal heraus folgende Aussage zu treffen:

Fotocommunities sind unnützes Zeug

Wenn man anfängt seine Bilder zu zeigen ist man für jedes Feedback sehr dankbar, vor allem dann wenn es ein schön glitzernder Award bei flickr ist. Man sammelt Erfahrungen, entwickelt sich weiter, wird anspruchsvoller und dann kommt er, der Tag an dem man den ganzen Sch…. nicht mehr sehen und lesen kann. Ich mache mir eigentlich immer sehr viel Mühe, wenn ich ein Bild kommentiere, dabei führe ich recht genau aus was mir gefällt, was ich gut gelöst finde, was mich beeindruckt und natürlich auch das was ich persönlich vielleicht anders gemacht hätte.

Meine Kommentare in der fotocommunity sind eigentlich immer sehr ausführlich, denn ich gebe den Leuten was ich eigentlich von Ihnen erwarte: konstruktive Kritik bzw. ein Feedback zum Bild. Es ist toll wenn mir jemand sagt das ein Foto toll ist oder tolle Farben hat aber ich bin daran interessiert welche Wirkung ein Bild auf jemanden hat oder ob es überhaupt wirkt, was der Kommentator vielleicht anders gemacht hätte oder einfach Anregungen. In 99,9% aller Fälle bekomme ich die Antwort “danke für deinen ausführlichen Kommentar” das wars. Manchmal kommt auch ein “Toll gemacht” unter eines meiner Fotos als Antwort.

Liebe Leute, diese Kommentare könnt ihr euch sparen, bevor ihr sowas postet laßt es lieber!

Menschen die sich in solchen Communities angemeldet haben verfolgen doch auch ein Ziel, ansonsten würden sie sich doch nicht dort anmelden. Ich bin mir nur nicht so sicher wie dieses Ziel aussieht, will man etwas lernen, sich verbessern, Kontakte knüpfen oder einfach nur die Welt mit seinen Bildern erfreuen?

Hiermit apelliere ich für eine gepflegte Kommentar-Kultur, weg mit dem oberflächlichen “Toll gemacht” oder “nice shot”, überlegt euch was ihr von der Community erwartet und gebt ihr genau das was ihr selbst haben wollt!

Fotocommunities sind Zeitfresser

Ja das sind sie in der Tat, denn wenn man viel hineinsteckt ohne etwas dafür zurück zu bekommen ist es unnütz verbratene Zeit, die man besser nutzen könnte. Gut, ganz so negativ möchte ich das jetzt nicht stehen lassen, man kann sich Anregungen holen und inspirieren lassen.

Lösungsansatz?

Vor ein paar Wochen ging ein Raunen durch die Fotoblogger Welt weil sich ein paar Leute eine eigene Community geschaffen haben, in der sie nur Gleichgesinnte haben möchten. Für diese Community ist ein Bewerbungsverfahren notwendig, wird man für gut genug und wertvoll für die Gruppe gesehen, so darf man daran mitwirken.

Es wurde sich in einigen Blogs fürchterlich aufgeregt und gezofft was das Zeug hielt, es wurden von beiden Seiten Vorhaltungen gemacht ob man nun elitär oder sonst was sei. Teilweise gingen die Diskussionen für meinen Geschmack zu weit und wurden viel zu emotional geführt.

Ich für meinen Teil kann es verstehen das man versucht Dinge zu ändern die einen stören und eine solche Community ist meinen Augen der Versuch etwas an der jetzigen Situation zu ändern. Wie auch immer das in der Praxis aussehen mag aber statt auf diese Leute einzuprügeln, sollte sich jeder mal an die eigene Nase fassen und überlegen wie er sich in den großen Communities verhält.

Deshalb am Schluß nochmal mein Aufruf: Gebt den Communities genau das was ihr haben möchtet!

Jetzt seid ihr dran, wie ist eure Meinung dazu ?

11 Comments:
Jan Strohdiek says:

Hallo Heiko.

Dein Artikel spricht mir aus der Seele.

Als ich mich vor 4 Jahren bei einer großen fotocommunity angemeldet habe, fand ich Kommentare wie “Toll gemacht!” oder “Spitzen Bild!” richtig toll und diese bauten mich innerlich ein wenig auf. Nur habe ich da gerade erst mit dem Fotografieren angefangen und war noch nicht so erfahren.
Aber mit der Zeit waren mir diese Kommenatare einfach zu wenig, vor allem wenn man, wie du ja auch schön geschrieben hast, selber ziemlich lange Kommentare verfasst hat und dann nur so zwei bis 3 Wörter Sätze zurückkommen.

Mittlerweile habe ich mich, was das Kommentieren in reinen Communities angeht, vollständig zurückgezogen, da in meinen Augen einfach keinen Sinn mehr macht sich so den A***h aufzureißen, wenn eh nichts dabei rum kommt.

Von daher kann ich deinen Appell sehr gut verstehen und würde mich selber auch sehr freuen, wenn die Kommentare mehr an Qualität als Quantität gewinnen würden!

Kurzsätze als Kritk oder Lob bringen einen nämlich echt nicht weiter, wenn man wirklich etwas dazulernen und sich weiterentwickeln will!

Gruß Jan

Hallo Heiko,
Finde die Community mittlerweile auch “bescheiden”
(noch da angemeldet -http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/1475428,

deshalb suche “arbeite” ich an meinen kleinen bescheidenen Fotoblog.
Tipps gibt es bei Kwerfeldein.
Denke das ich mich bei Word Press mal anmelde.

Vg Martin

Mich würde mal interssieren welche neue deutsche Community Du meinst. Das Thema muss irgendwie an mir vorbei gegangen sein. Ansonsten muss ich Dir leider zustimmen. Allerdings muss man das auch von Fall zu Fall betrachten. Gerade die größte deutsche Foto-Community ist eben primär keine Community sondern ein gewinnorientiertes Unternehmen. Viele Sachen dort sind eben nicht community-getrieben.

Ansonsten ein positives Beispiel aus dem ausländischen Raum: http://1x.com/

Heiko Keim says:

Danke für den Link, werde mal dort vorbeischauen!
Was die neue Community angeht, meinte ich Lux und Laune.

Hola Heiko,
da sprichst Du ein Thema welches mich schon laenger beschaeftigt. Bin seit fast drei Jahren in der view-stern community und werde mich dort jetzt so langsam verabschieden. Anfangs war es ganz nett, Leute kennenlernen, fotografisch sich zu verbessern und die ersten Galeriebilder bekommen.
Letztendlich ist es, bis auf wenige Ausnahmen, eine bauchpinselei. Wenig konstruktive Kritik zu den Bildern und nicht ganz astreine Ablaeufe bei den Nominierungen zur Galerie.
Auch die meisten Kommentare waren und sind einfach zu kurz. Meinungen wie, tolels Bild, klasse, gefaellt mir, bringen den Fotografen doch nun wirklich nicht weiter. Kritisiert man dann selber etwas ausfuehrlicher, kann es passieren dass man aus der Freundesliste gestrichen wird, oder einfach nicht mehr beachtet wird.

Also, es gibt bestimmt bessere Wege als gewisse Fotokommunities.
Danke an dieser Stelle nochmals fuer Deine konstruktive Kritik zum Versuch meines Composings:-)

saludos Ruediger

Heiko Keim says:

Hi Rüdiger,
du brauchst dich bei mir nicht für eine konstruktive Kritik zu bedanken. Wie du im Artikel gelesen hast, bin ich gerne dazu bereit eine ausführliche Kritik zu geben. Schließlich möchte ich diese selber bei meinen Bildern, Composings oder was auch immer, ebenso haben.

LG Heiko

Also provokant finde ich Deinen Artikel keinesfalls, denn er spiegelt sehr genau auch meine Meinung wieder. Ich bin selbst in diversen Fotocommunitys vertreten. Anfangs hatte es auch mir Spaß bereitet Kommentare zu schreiben. Auch ich kommentiere gerne etwas ausführlicher und natürlich auch kritischer, achte aber sehr genau darauf immer konstruktiv zu bleiben und
keinesfalls persönlich zu werden.

Nur leider zeigt mir die Erfahrung dass man aufgrund ehrlicher Kritik eher böse angepöppelt wird oder kein Feedback auf die teils mühsam verfasste Kritik zurück kommt.
Ich hatte mit Kollegen zusammen eigene Fotostammtische in der Stadt aufgezogen, mit dem Ziel Leute zusammenzubringen die mehr wollen als nur oberflächliche Bauchpinseleien. Ehrgeiz, Mut zur Kritik und Leidenschaft war groß geschrieben. Das Ende vom Lied: Im Laufe der Zeit wurde man auch hier eher abfällig angesehen, nur weil man es gewagt hat, etwas bewegen zu wollen, weil man seine eigene Leidenschaft zur Fotografie an andere übertragen wollte. Nun ziehe ich es vor in den meisten Fällen allein meine Projekte durchzuziehen, meine Aktivitäten in den FC’s dieser Welt sind stark zurückgegangen.
Communitys können durchaus nützlich sein, aber auch genau ins Gegenteil umschlagen und im Laufe der Zeit eher Frust erzeugen.

VG
Björn

Martin Leonhardt says:

Was du schilderst konnte ich genau so werlben. Innerhalb verschiederner Foren und Communities lade ich Bilder hoch und freu mich immer wieder auf “gute” Kommentare. Selber mach ich mir eigentlich immer Gedanken bevor ich was schreibe. Das ist ein ständiges geben und nehmen, funktioniert aber leider bei den wenigsten Fotoseiten ;-) Am schlimmsten fand ich Flickr wo selten mehr als ein “Best shoot”, “Nice” oder “Beautiful” zu erwarten war – und das auch noch vom gleichen User…

Gut gelöst hat das meiner Meinung http://www.1x.com. Nur wenn man selber konstuktive Kritiken auf fremde Bilder (3 Stück) schreibt kann man seine eigenen zur Kritik freigeben….

Allerdings ist bei genannter Seite der anspruch doch sehr hoch…

Gruß Martin

Heiko Keim says:

Danke für deinen Tipp, die Seite wurde ja bereits schon empfohlen nur bin ich leider noch nicht dazu gekommen sie mir mal anzusehen.

LG Heiko

Ich stimme grundsätzlich mit deinem Artikel durchaus überein. Ich benutze die deutschsprachigen Fotocommunities nur zum Hochladen einiger meiner Bilder und weniger zum interagieren mit anderen Fotografen.

Interessant finde ich besonders die Kommentare auf der Seite.
Das hier ausgerechnet 1x.com als gute Alternative dargestellt wird wundern mich schon sehr. 1x.com ist 100% frustrierend und hat bei mir und in meinem Bekanntenkreis den Ruf weg als die schlechteste Fotocommunity überhaupt.

lightjuggler says:

“1x.com ist 100% frustrierend und hat bei mir und in meinem Bekanntenkreis den Ruf weg als die schlechteste Fotocommunity überhaupt.”
–> wieso? begründung?
1x finden meist diejenigen frustrierend, deren arbeiten dort nicht angeonmmen werden.

Top!